Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes


Generaldirektion Wasserstraßen und Schifffahrt -Standort Münster-

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Inhalt: Kanalbrücke

Die "KÜ's" am Dortmund -Ems-Kanal

Historische Kanalbrücken

Besondere Bauwerke der Wasserbaukunst sind die Kanalbrücken am Dortmund-Ems-Kanal, umgangssprachlich auch als KÜ (KanalÜberführungen) bezeichnet.
Dort, wo der Kanal die Flüsse Stever, Lippe und Ems, und drei Straßen im Lippe- und Stevertal kreuzt, haben die Kanalbauer Brücken gebaut, die den Kanal hoch über die Flüsse und Straßen hinweg führen. Die historischen Kanalbrücken sind ausdrucksstarker Beleg für eine gelungene Synthese von Form und Funktion, wie wir sie bei den Zweckbauten unserer Zeit nur noch selten finden. Sie wurden in Gewölbebauart hergestellt und mit zahlreichen Verzierungen ausgewogen und kunstvoll gestaltet. Die Tröge haben eine Breite von 18 m und eine Wassertiefe von 2,50 m.

Neue Fahrten für neue Brücken
Da die alten Bauwerke beim Kanalausbau in den Jahren 1930 - 1959 nicht ersetzt oder vergrößert werden konnten, ohne gleichzeitig den Schiffsverkehr einzustellen, mussten neue Kanalstrecken, so genannte neue Fahrten im Südbereich des Dortmund-Ems-Kanals, neben den alten gebaut werden.
In diesen neuen Fahrten entstanden neue Kanalbrücken. Sie wurden in Stahlbauweise mit rd. 30 m Trogbreite und 3,25 m Wassertiefe errichtet.
Die sog. alten Fahrten werden heute nicht mehr von der durchgehenden Berufsschifffahrt genutzt. Sie sind unter kultur- und technikgeschichtlichen Aspekten wertvolle Bauwerke. Ihr Erhalt sowie die weitergehende vernünftige Nutzung stellt die Wasserstraßenverwaltung aber vor ein Problem, das bisher unterschiedlich gelöst wurde.
Im Lippetal wurden 1986 fünf Querdämme zur Sicherung in das erheblich über dem Geländeniveau verlaufende Kanalbett eingezogen, nachdem der Wasserspiegel zuvor bereits um einen Meter abgesenkt wurde.
Im Bereich der Stever wurde der Kanal Ende der 80er Jahre völlig trockengelegt und umgestaltet. Während die nördlichste Wegekreuzung im Stevertal abgebrochen wurde, unterzog man die Brücken über die Stever sowie über die Ortseinfahrt von Olfen einer gründlichen Sanierung, ehe man sie für Radfahrer und Fußgänger freigab.
Die im Zuge der "Alten Fahrt Fuestrup" neun Meter über der Ems verlaufende Kanalbrücke ist 1994 trockengelegt worden; für sie ist eine Sanierung als Denkmal "unter Wasserfüllung" angestrebt.

Neue Varianten beim Bau von Kanalbrücken
Beim aktuellen Kanalausbau an der DEK-Südstrecke sind es wiederum die Kanalbrücken, die besondere Anforderungen an die Kanalbauer stellen. Diesmal werden die Kanalbrücken an alter Stelle umgebaut, um den Bau zusätzlicher neuer Fahrten zu vermeiden.
Die moderne Technik ermöglicht neue Bauverfahren.

Umbau der Unterbauten in Verbindung mit dem Ersatz des Brückentrogs:
Bei dieser Methode wird ein seitlich des Kanals hergestellter neuer Überbau auf die zuvor verbreiterten Unterbauten geschoben. Während des Einschiebens bleibt der Kanal über mehrere Wochen für die Schifffahrt gesperrt. Dies verursacht allerdings erhebliche gesamtwirtschaftliche Folgekosten und wird deshalb als unwirtschaftlich betrachtet.

Bau der Doppeltrogbrücke
Die vorhandene Kanalbrücke wird durch zwei einschiffig befahrbare neue Brücken im Rechteckquerschnitt ersetzt. Zunächst wird unmittelbar neben der alten Kanalbrücke eine neue Brücke gebaut. Diese wird nach Fertigstellung an den zuvor auf der Seite der neuen Brücke verbreiterten Kanal angeschlossen. Danach wird die alte Brücke abgebrochen und an deren Stelle die zweite neue Brücke gebaut. Nach Fertigstellung des Gesamtbauwerks stehen der Schifffahrt zwei Tröge zur Verfügung, die im Richtungsverkehr befahren werden. Sowohl bei der Bauausführung als auch bei zukünftigen Inspektions- und Instandsetzungsarbeiten kann immer ein Trog in Betrieb bleiben.

Umbau zum Durchlassbauwerk
Beim Neubau eines Durchlassbauwerks kann die alte Kanalbrücke solange in Betrieb bleiben, bis das neue Kreuzungsbauwerk fertig gestellt ist. Der Durchlass wird in neuer Lage neben dem Kanal in einem Trockendock hergestellt. Nach Fluten der Dockbaugrube kann das Bauwerk in den Kanal eingeschwommen und in die zuvor hergestellte Rinne abgesenkt werden. Behinderungen der Schifffahrt entstehen lediglich beim Einschwimmvorgang und beim Abbruch der alten Kanalbrücke.