Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes


Generaldirektion Wasserstraßen und Schifffahrt -Außenstelle West-

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Inhalt: Wasserbau - heute

Ein schonender Eingriff in die Natur

Neue Konzepte
Heute stellt sich die Frage, wie die Ausbau-, Unterhaltungs- und Betriebsgrundsätze für den Rhein in den nächsten Jahren weiter entwickelt werden können.
Eine generelle Vertiefung oder gar Verbreiterung der bisher vorgehaltenen Fahrrinne für die zukünftig größeren Schiffe ist aufgrund der natürlichen Gegebenheiten technisch und wirtschaftlich nicht vertretbar.
Unsere zukünftige Strategie wird es also sein, den vorhandenen Verkehrsraum optimal zu bewirtschaften.

Hierzu gibt es wasserbauliche Konzepte:

Engpassanalyse

In weiten Bereichen des Rheins sind die tatsächlich vorhandenen Fahrwassertiefen und -breiten größer als die angestrebten Fahrrinnenabmessungen. Sie sind aber nicht nutzbar, weil bestehende Engpässe Abladebeschränkungen erfordern. Dazu ist die systematische Erkennung der Engpässe erforderlich, wobei die Sohlstruktur und das -substrat genau zu erfassen ist. Zur Engpassanalyse gehören aber auch Unfallanalysen und Befragungen der Schiffsführer nach ihrem Fahrverhalten. Hieraus können kurzfristig wirksame Handlungsschritte abgeleitet werden, wie Empfehlungen zum Verkehrsverhalten oder für Unterhaltungsmaßnahmen. Erst danach ist zu prüfen, ob es technisch und wirtschaftlich möglich und ökologisch sinnvoll ist, die Engstellen durch weitere Ausbaumaßnahmen zu beseitigen.

Anpassung der Ausbaugrundsätze

Die bisherigen Ausbaugrundsätze sahen je nach örtlichen Gegebenheiten Ausbautiefen von 2,10 m bis 2,50 m unter GlW - also einem Niedrigwasserstand - vor. Die hierbei vorhandenen Engpässe wurden bisher vorrangig beseitigt. Vor dem Hintergrund der Änderung der Flottenstruktur hin zu größeren und tiefer gehenden Schiffen sind heute und in Zukunft aber eher die Engstellen bei den häufig auftretenden mittleren Wasserständen von wirtschaftlich abladerelevanter Bedeutung, eher als die Engstellen bei den selten auftretenden sehr niedrigen Wasserständen. Diese Niedrigwasser-Engstellen sind jedoch häufig nicht identisch mit den Mittelwasser-Engstellen. Deshalb wird geprüft, ob das Ausbaukonzept mehr zugunsten der Mittelwasser-Engstellen verschoben werden kann.

Fazit
Unabdingbar notwendig für die Erhaltung und Weiterentwicklung des Rheines als wirtschaftlicher Verkehrsweg für die Schifffahrt ist die stetige Beobachtung des Gewässerbettes, der Morphologie sowie der Wasserstände und deren Entwicklung. Der Rhein ist zwar in seinem Hochwasser- und Mittelwasserbett durch seitliche Begrenzungen weitgehend festgelegt worden, aber die grundsätzliche Dynamik dieses freifließenden Stromes ist erhalten geblieben. Deshalb wird der Wasserbau auf jede Entwicklung stets behutsam reagieren, möglichst so, wie der Strom es verlangt. Dies ist eine ständige, auch in Zukunft bleibende Aufgabe.
Unser Ziel geht weniger dahin, einen sog. "Vollausbau" mit größeren Fahrrinnenabmessungen zu erreichen, als vielmehr ein dynamisches Gleichgewicht herzustellen und zusätzlich alle Kapazitäten der Wasserstraße durch Anwendung moderner Technik auszunutzen. So wird die Verknüpfung von wasserbaulichen Aufgaben mit verkehrswirtschaftlichen Effekten immer enger.

Bei allen Maßnahmen behalten wir stets die ökologische Verträglichkeit im Auge.

Hierbei gilt es, die Anforderungen des Hochwasserschutzes, der allgemeinen Wasserwirtschaft sowie der Schifffahrt zu analysieren und sie aufeinander abzustimmen mit dem Ziel, ein integriertes und möglichst umfassendes Gesamtkonzept zu erreichen.