Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes


Generaldirektion Wasserstraßen und Schifffahrt -Standort Münster-

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Inhalt: Stabilisierung der Rheinsohle

Die Sohlerosion

Der Zustand des Rheins, wie er sich heute im wesentlichen darstellt, ist das Ergebnis der Mittelwasserregulierung, die zwischen 1880 und 1890 abgeschlossen wurde.
Nachteilige Auswirkungen auf die Höhe des Hochwassers und die Höhe des Grundwassers wurde zu damaliger Zeit noch nicht erkannt.
Heute wissen wir, dass diese Maßnahmen mit der Laufverkürzung und Vergrößerung des Gefälles infolge der Durchstiche, mit der Verhinderung der Seitenerosion durch Festlegung der Ufer und mit der Einschränkung der Strombreite im Hochwasserbett die Erosion der Stromsohle verstärkt haben. [mehr Infos zur Sohlerosion]

Die Folgen der Sohlerosion

Sohle und Wasserspiegel des Niederrheins sinken noch heute ständig ab. Die Wasserspiegelsenkung infolge Erosion hat seit 1900 z.B. in Duisburg 2,50 m überschritten. Die jährliche Absenkung erreichte in den 50er und 60er Jahren bis zu 4 cm. Die Folgen dieser großen Absenkung von Sohle und Wasserspiegel für Häfen und Bauwerke, Schifffahrt und Natur sind erheblich.

Die Ursachen der Sohlerosion

Durch umfangreiche Messungen der hydraulischen und morphologischen Parameter erst der neueren Zeit ist festgestellt worden, dass zwischen der Geschiebezufuhr aus dem Oberlauf des Rheins und dem Geschiebedurchgang an der deutsch - niederländischen Grenze bei Emmerich ein erhebliches Geschiebedefizit in der Größenordnung von rd. 190.000 m³/Jahr besteht. Unterschiedliche Phänomene führen zu dieser großen Geschiebeaufnahme aus der Sohle:

Maßnahmen zur Sohlstabilisierung

Künftige wasserbauliche Maßnahmen müssen einerseits den Ansprüchen der Schifffahrt nach wirtschaftlichem Gütertransport und dem verkehrspolitischen Ziel gerecht werden, mehr Güter auf die Wasserstraße zu bringen, und sie müssen auf der anderen Seite sicherstellen, dass der Trend fortschreitender Eintiefung durch Erosion gestoppt wird.

Das Ziel heißt also Herstellung und Erhaltung eines beständigen Gewässerbettes und einer Vergleichmäßigung des Geschiebetriebes und Erhaltung und bedarfsgerechte Anpassung der Fahrrinnenverhältnisse an die Erfordernisse der Schifffahrt.

Dieses Ziel wurde und wird seit den 80er-Jahren im Rahmen eines Sohlstabilisierungsprogramms mit erheblichem finanziellen Aufwand des Bundes mit den klassischen Mitteln des Wasserbaus verfolgt:

Mit diesen bisher durchgeführten Maßnahmen des Sohlstabilisierungsprogramms konnte die Erosionsrate großräumig auf etwa 1 - 2 cm / Jahr gesenkt werden. Eine weitere Verbesserung wird durch ein Geschiebemanagement erreicht.