Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes


Generaldirektion Wasserstraßen und Schifffahrt -Außenstelle West-

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Inhalt: Rheingeschichte im Überblick

bis 1700

Im Altertum und Mittelalter war es wegen fehlender oder schlechter Straßen und Wege häufig einfacher, Lasten auf dem Wasser als über Land zu befördern. Daraus ergab sich die Verkehrsbedeutung des Rheins seit der Römerzeit. Die Wasserbauarbeiten beschränkten sich auf den Ausbau der Uferwege zu durchgehenden Leinpfaden für die Treidelschifffahrt. Die Schiffe wurden von Menschen oder Tieren vom Ufer aus zu Berg gezogen.
Seit dem ausgehenden Mittelalter behinderten Zollstellen, Stapelrechte und Vorrechte der Schifferzünfte die Schifffahrt. Die hierdurch den weltlichen und geistlichen Herren zugeflossenen erheblichen Einkünfte wurden nur zu einem geringen Teil der Sicherung der Ufer und dem Ausbau der Leinpfade zugeführt.


bis 1763

Unter Friedrich II. wird am Niederrhein nach verheerenden Überschwemmungen begonnen, das Strombett planmäßig festzulegen, die Ufer zu befestigen und die Ortschaften gegen Hochwasser zu sichern. Nach dem Durchstich bei Rees (1677) werden 1763 die Flussschleifen bei Wesel und Bislich durchstochen und Buhnen errichtet.


1764

Der Wasserbaumeister Bilgen übernimmt das Wasserbaudepartement bei der der klevischen Kriegs‑ und Domänenkammer in Wesel und führt wasserbauliche Maßnahmen zwischen Duisburg und der deutsch‑niederländischen Grenze aus. Dies ist der Beginn einer einheitlichen Strombauverwaltung am Rhein.


1784

Im Februar/März dieses Jahres ereignet sich die größte bekannte Eiskatastrophe. Zahlreiche Ortschaften werden zerstört, viele Menschen kommen ums Leben.


1794

Das preußische Rheinland wird von Frankreich in Besitz genommen.


bis 1804

Mit dem Octroi‑Vertrag wird unter dem Druck Napoleons ein einheitlicher Zoll zur Unterhaltung des Stromes eingeführt.


1814-1815

Im Pariser Friedensvertrag wird festgelegt, dass die Schifffahrt auf dem Rhein in der Weise frei sein soll, dass sie niemand untersagt werden könne. Der anschließende Wiener Kongress verpflichtet die Rheinuferstaaten, alles, was die Schifffahrt auf dem Rhein betrifft, in gemeinsamer Übereinkunft zu regeln, Die Zentralkommission für die Rheinschifffahrt wird gegründet und tritt 1816 erstmals in Mainz zusammen. 1860 wird ihr Sitz nach Mannheim verlegt. Zölle und Schifffahrtsabgaben werden auch nach 1815 bis 1868 erhoben.


1816

Das erste Dampfschiff, die englische "The Defiance", fährt auf dem Rhein bis Köln. Das erste deutsche Dampfschiff auf dem Rhein ist 1827 die "Concordia".


1817

Die Korrektion des Oberrheins zwischen Basel und der badisch‑hessischen Grenze nach den Plänen von Tulla wird begonnen. Die Arbeiten dienen in erster Linie dem Hochwasserschutz, sind aber zugleich die Grundlage für alle späteren Wasserstraßenprojekte am Oberrhein. Die Korrektion, die den Rheinlauf um 81 km abkürzt, wird im wesentlichen 1876 beendet.


1831

Die „Zentralkommission für die Rheinschifffahrt“ wird gegründet und tritt erstmals in Mainz zusammen. Die zwischen den Rheinuferstaaten vereinbarte Rheinschifffahrtsakte (Mainzer Akte) garantiert die Freiheit der Schifffahrt, hebt die Stapelrechte der Städte Köln und Mainz auf und verpflichtet die Regierungen der Uferanlieger, Schifffahrtshindernisse zu beseitigen. Die Zölle und Schifffahrtsabgaben bleiben aber bestehen.
In Köln, Düsseldorf, Xanten und Rees werden Wasserbauinspektionen gegründet.


1851

Die preußische Rheinstrombauverwaltung beim Oberpräsidenten der Rheinprovinz in Koblenz mit 4 Wasserbauinspektionen (später Wasserbauämter) wird gegründet. Sie vereinigt die der Wasserbauabteilungen der einzelnen Regierungen der Preußischen Rheinprovinz und übernimmt deren Aufgaben.


1868

Die Rheinschifffahrtsakte wird revidiert (Mannheimer Akte).
Schifffahrtsabgaben und Durchgangszölle werden aufgehoben. Einheitliche Rheinschiffer-Patente und Schiffsatteste werden eingeführt und die Rheinschifffahrtsgerichte geschaffen. Die Rheinuferstaaten verpflichten sich, die Fahrrinne in ihren Hoheitsgebieten zu erhalten.


1880

Die planmäßige Regelung des Mittel‑ und Niederrheins von Bingen bis zur holländischen Grenze wird begonnen und binnen 20 Jahren vollendet. Der Rhein wird zur leistungsfähigsten Binnenwasserstraße Mitteleuropas.


1904

Mit der Ankunft des ersten Schleppzuges wird die Großschifffahrt bis Basel eröffnet.


1908

Der Gleichwertige Wasserstand (GlW) wird von der Zentralkommission für die Rheinschifffahrt eingeführt.


1928

Frankreich beginnt mit dem Bau des Rheinseitenkanals.


1956

Frankreich verzichtet im Oberrheinvertrag vom 27. Oktober 1956 darauf, den Rheinseitenkanal nach der ursprünglichen Planung zu vollenden und verpflichtet sich, den weiteren Oberrheinausbau nach der Teilkanal‑ oder Schlingenlösung fortzuführen.


1957

Die erste Schubeinheit mit dem Schubboot "Wasserbüffel" wird auf dem Rhein in Dienst gestellt.


1962/1963

Vom 27. Dezember 1962 bis 07.März 1963 findet man Eistreiben, teilweise sogar Eisstand auf dem Rhein.


1964

Die Vertiefung und Verbesserung der Strecke Neuburgweier/Lauterburg – St. Goar wird begonnen und in wesentlichen Teilen bis 1976 abgeschlossen.


1969

Frankreich und Deutschland einigen sich im Vertrag vom 04. Juli 1969, die Strecke Kehl/Straßburg – Neuburgweier/Lauterburg zur Verhinderung der Sohlenerosion und zur Verbesserung der Schiffbarkeit auszubauen. Die Staustufe Gambsheim wird 1974, die Staustufe Iffezheim 1977 fertiggestellt.


1974

Das Binger Loch ist entschärft. Die Fahrrinne ist dort auf 120 m verbreitert und der Gefälleknick reduziert worden.


1978

Der internationale Rheinverkehr erreicht mit 287,5 Mio. t Gütern den bisher größten Umfang.


1982

Am 06. Dezember schließen Deutschland und Frankreich eine Vereinbarung über den weiteren Ausbau des Oberrheins.
Danach wird u.a. zur Verhinderung der Sohlenerosion unterhalb der Staustufe Iffezheim die seit 1978 erprobte Methode der Geschiebezugabe angewandt, die Strecke Iffezheim – Karlsruhe durch Flussregelungsarbeiten auf 2,10 m Fahrrinnentiefe bei GlW vertieft.


1993

In Duisburg wird die Revierzentrale Duisburg, die den nautischen Informationsdienst im Bereich der WSD West abwickelt, eingeweiht.


1995

Aufgrund der Meldepflicht für ADNR-Transporte, für große Schubverbände, Seeschiffe und Sondertransporte wird am 01.01.1995 auf der deutschen Rheinstrecke im Bereich der Wasser- und Schifffahrtsdirektion West das Melde- und Informationssystem Binnenschifffahrt (MIB) eingeführt. Meldungen und Informationen werden durch die Revierzentralen Oberwesel und Duisburg erfasst und weitergegeben.


2003

Der Schifffahrt steht zwischen Rhein-km 592,2 (Ortslage Koblenz) und Rhein-km 683,7 (Ortslage Weshoven) eine Fahrrinnentiefe von 2,50 m statt der bisherigen 2,10 m unter dem Bemessungsniedrigwasser bei gleichzeitiger Einschränkung der Fahrrinnenbreite von 150 m auf 120 m zur Verfügung.


2006

Die Schifffahrt kann nun auf dem Niederrhein – zwischen Krefeld – Duisburg – Emmerich mit einer größeren Abladung fahren. Die freigegebene Fahrrinnentiefe beträgt nun 2,80 m statt der bisherigen 2,50 m unter dem Bemessungsniedrigwasser.


2009

Im Rheinvorland zwischen Reeserschanz und Obermörmter entsteht direkt gegenüber von Rees eine drei Kilometer lange Flutmulde.
Die Einengung des Flussquerschnitts vor den Toren der Stadt wirkt wie ein Flaschenhals und verursacht Probleme:

Die Flutmulde wird in ihrer Funktion als Bypass zur Stabilisierung der Schifffahrtsverhältnisse beitragen und zudem die Hochwassersituation der Stadt Rees deutlich verbessern, den Grundwasserspiegel stabilisieren und die Auenlandschaft ökologisch aufgewerten.

Am 30.10.2009 wird die neue Rheinbrücke in Wesel feierlich dem Verkehr übergeben.